Kundgebung gegen Wohnungsnot 14.12.2009



Zur Kundgebung für bezahlbaren Wohnraum vom 14.12.2009

Am Montag dem 14. Dezember 2009 haben sich ca. 800 Leute ind Zürich das Trottoir genommen. Wer sich nun leicht irritiert fühlt, muss darauf hingewiesen werden, dass vor allem SP-Nahe Gruppen auf diese Demo mobilisiert haben. Die Sozialdemokraten in ihrer historischen und aktuellen Rolle als Abwiegler und Verräter verzichteten bewusst auf einen starken Auftritt in den Strassen. Obwohl dieses Thema durchaus Potential für mehr hätte. Die Beteiligung war, auch gemessen an dem eiskalten Abend, dennoch hoch und die Leute waren sichtbar wütend. Das änderte sich auch nicht, als sie der Rede von SP Stadtrat Waser lauschten, der, immerhin ehrlich, erklärte, dass er auch nichts an der Situation ändern könne. Dennoch scheint ein gewisser Glaube der verbliebenen SP-Basis an die Führung immer noch vorhanden zu sein. Allerdings liegt es auch an uns, den Leuten eine glaubhafte revolutionäre Alternative zur SP anzubieten.

Wo sind die bezahlbaren Wohnungen?

Wer in den vergangenen Monaten versucht hat, in der Stadt Zürich eine bezahlbare Wohnung zu finden, musste sein Unterfangen oft als "Mission Impossible" abtun. Eine städtebauliche Politik, welche auf Luxusrenovationen und teure Neubauten fokussiert ist, macht es je länger je schwieriger in Zürich ein Dach über dem Kopf zu finden, wenn man nicht zu den gut betuchten Bonzen gehört, für die diese Wohnungen gebaut werden. Mittlerweile werden ganze Quartiere auf diese Weise umgestaltet. Lange Zeit war das Seefeld Paradebeispiel dafür, aber auch traditionelle Arbeiterquartiere wie Aussersihl bekommen diese Politik zu spüren. Natürlich sind Jugendliche, die meist über ein kleines Einkommen verfügen, davon stark betroffen. Dabei wäre es gerade für sie wichtig, günstige Wohnungen zu finden, um ihr Leben unabhängig von Familie und Eltern selbst organisieren zu können, beispielsweise in einer WG mit Freundinnen und Freunden.

Kein Zufall!

Die Wohnsituation ist aber kein Zufall, sondern entspricht der Logik der kapitalistischen Marktwirtschaft. In dieser wird nur produziert, was Profit einbringt und eine möglichst zahlungskräftige Nachfrage erzeugt. Und sei diese auch noch so schwachsinnig. Deshalb zählen die Wohnbedürfnisse all der Menschen die knapp bei Kasse sind im Kapitalismus herzlich wenig, wenn daneben eine handvoll Bonzen bereit ist, astronomische Summen für eine Wohnung auszugeben. Die Wohnungsnot ist deshalb auch seit der Entstehung des Kapitalismus ein ständiger Begleiter desselben. Städtische und genossenschaftliche Wohnungen funktionieren nicht vollständig nach den marktwirtschaftlichen Gesetzen und sind so oft die einzigen bezahlbaren Wohnräume. Aber auch die Stadt kriecht natürlich den Bonzen, von deren Steuern sie im Kapitalismus abhängig ist, je länger je mehr in den Arsch. Und auch die Genossenschaften können sich den kapitalistischen Sachzwängen kaum erwehren, in Zeiten der sich verschärfenden Krise erst recht nicht.

Revolutionäre Perspektive statt Notschlafstelle!

Wollen wir wirklich Wohnungen für alle, dann dürfen wir nicht länger den kapitalistischen Markt über die Wohnräume bestimmen lassen, sondern müssen selbst über Organisation und Verteilung der Wohnräume bestimmen. Und dafür brauchen wir eine Gesellschaft, in der Markt nicht länger bestimmend ist, sondern wir selbst bestimmen, was wir produzieren und wie wir es verteilen. Eine sozialistische Gesellschaft! Um die zu erreichen müssen wir uns jedoch organisieren. Dabei dürfen wir uns nicht auf Organisationen wie die SP verlassen, die uns schon immer verraten haben. Dann können wir uns nicht nur bezahlbare Wohnungen für alle erkämpfen, sondern eine Gesellschaft in der unsere Bedürfnisse zählen und nicht die einiger weniger Bonzen.

Wo, Wo, Wohnige!

Sozialismus statt Wohnungsnot!